Bahrains geringe Größe täuscht über seine Bedeutung für die Vereinigten Staaten hinweg. Der Inselstaat beherbergt die Fünfte Flotte der US-Marine, besitzt seit 2002 den Status eines wichtigen Nicht-NATO-Verbündeten und unterzeichnete 2020 die Abraham-Abkommen, wie aus dem Faktenblatt des US-Außenministeriums zu den Beziehungen der USA zu Bahrain hervorgeht. Bahrains Lobbyarbeit in Washington ist von begrenztem Umfang, trat in Phasen politischer Spannungen jedoch besonders deutlich hervor.
Ein kleiner Verbündeter mit überproportional großer militärischer Rolle
Die Naval Support Activity Bahrain ist laut der öffentlichen Übersicht von NAVCENT Sitz des Zentralkommandos der US-Seestreitkräfte und der Fünften Flotte. Der Stützpunkt macht den Inselstaat zu einem zentralen Standort für amerikanische Marineoperationen im Golf.
Zugleich dokumentiert der World Report von Human Rights Watch anhaltende Kritik an der Regierung, seit im Februar 2011 Proteste begannen. Bahrains Kampagne in Washington zeigt, wie ein kleiner, aber strategisch wichtiger Verbündeter reagiert, wenn Sicherheitszusammenarbeit und Menschenrechtsbedenken aufeinandertreffen.
Eine begrenzte, aber sichtbare FARA-Bilanz
In einem typischen Jahr erscheinen nur wenige Firmen in Bahrains Meldungen. Ihre Arbeit umfasst Öffentlichkeitsarbeit, Rechtsdienstleistungen und Kontakte zu US-Regierungsvertretern. Das FARA-eFile-Portal enthält die Primärdokumente, während OpenSecrets sie im Foreign Lobby Watch aufbereitet.
Der am häufigsten erwähnte registrierte Dienstleister ist Qorvis, später Qorvis MSLGROUP. Qorvis war ab 2011 für Bahrains Information Affairs Authority tätig. Die Firma unterhielt zudem langfristige Verträge mit Saudi-Arabien. ProPublica berichtete damals über die personellen Folgen.
Auch Sanitas International und Rumberger Kirk tauchten in Meldungen für Bahrain auf. Da Verträge beginnen und enden, ist das aktuelle FARA-Portal verlässlicher als jede statische Liste von Firmen.
Die Niederschlagung von 2011 und die PR-Reaktion
Im Februar und März 2011 füllten große Proteste den Perlenplatz in Manama. Sicherheitskräfte räumten den Platz. Eine von Saudi-Arabien geführte Truppe des Golf-Kooperationsrats rückte zur Unterstützung der Regierung in das Land ein. Die BBC-Berichterstattung von 2011 hält diesen Moment fest.
Eine von der Regierung eingesetzte Kommission, die Bahrain Independent Commission of Inquiry, bestätigte in einem Bericht von 2011 Todesfälle, Folter und weitere Übergriffe. Der BICI-Abschlussbericht ist öffentlich zugänglich.
In dieser Zeit half Qorvis dabei, Gastbeiträge zu platzieren, Journalisten Themen anzubieten und die Kommunikation in den USA zu gestalten. Einige Mitarbeiter von Qorvis kündigten aus Protest gegen die Nahostarbeit der Firma. Das Project On Government Oversight veröffentlichte später Analysen zur Lobbyarbeit der Golfstaaten, darunter Bahrain.
Aktivistinnen und Aktivisten wie Maryam Al-Khawaja und das Bahrain Center for Human Rights vermittelten US-Medien und dem Kongress eine andere Darstellung. Die Website des BCHR dokumentiert einen großen Teil ihrer Arbeit. Die Kluft zwischen offizieller PR und der Berichterstattung von Aktivisten prägte die Sicht von US-Abgeordneten auf Waffenverkäufe und Hilfen.
Die Ära der Abraham-Abkommen
Im September 2020 unterzeichneten Bahrain und Israel die Abraham-Abkommen, wie die Seite des US-Außenministeriums zu den Abraham-Abkommen festhält. Die Normalisierung eröffnete neue Wirtschafts- und Verteidigungsbeziehungen.
Die Abkommen beendeten die Menschenrechtsdebatte nicht. Organisationen wie Americans for Democracy and Human Rights in Bahrain dokumentieren weiterhin Fälle politischer Gefangener und Einschränkungen der Pressefreiheit. Dennoch hat die regionale Annäherung verändert, wie manche US-Abgeordnete die Politik gegenüber Manama einordnen.
Wie groß ist die Operation?
Bahrain gibt nur einen Bruchteil dessen für seine Vertretung in Washington aus, was größere Golfstaaten zahlen. OpenSecrets weist weniger aktive Firmen und niedrigere Summen aus als für Saudi-Arabien, Katar oder die VAE. Exakte Jahresvergleiche sollten den jeweils aktuellen Datensätzen von FARA eFile und OpenSecrets entnommen werden.
Wie Bahrains Einflussbilanz zu lesen ist
Bahrain verbindet eine für die USA wichtige militärische Beziehung mit begrenzter Lobbyarbeit und einer ungelösten Menschenrechtsbilanz. Die PR-Reaktion auf die Niederschlagung der Proteste 2011 bleibt das deutlichste Beispiel für das Aufeinanderprallen dieser Interessen. Die Normalisierung mit Israel veränderte Bahrains Stellung in Washington, beseitigte jedoch nicht die Bedenken wegen politischer Gefangener oder Bürgerrechte.
Eine fundierte Bewertung erfordert die registrierten Meldungen, unabhängige Berichterstattung und Menschenrechtsdokumentation. Keine dieser drei Quellenarten reicht für sich allein aus.
Auf dieser Seite verwendete Quellen
- US-Außenministerium: Beziehungen der USA zu Bahrain
- US-Außenministerium: Die Abraham-Abkommen
- Zentralkommando der US-Seestreitkräfte (NAVCENT): Übersicht zur Fünften Flotte
- US-Justizministerium: FARA eFile
- OpenSecrets: Foreign Lobby Watch / FARA
- Bahrain Independent Commission of Inquiry: Abschlussbericht (2011)
- ProPublica: PR-Firma Qorvis verliert wegen ihrer Arbeit für repressive Regime Mitarbeiter
- BBC News: Berichterstattung zu den Protesten in Bahrain (2011)
- Human Rights Watch: World Report: Bahrain
- Project On Government Oversight: Untersuchungen
- Bahrain Center for Human Rights
- Americans for Democracy and Human Rights in Bahrain
- Congressional Research Service: Suchportal