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Iran: Lobbyarbeit und Einflussnahme in den Vereinigten Staaten

Iran: Lobbyarbeit und Einflussnahme in den Vereinigten Staaten

Iran unterliegt umfassenden US-Sanktionen, daher ist seine FARA-Präsenz nahezu null. Die vorhandenen Unterlagen umfassen eine kurze Reihe von Strafverfahren und einen langjährigen Rechtsstreit. Sie zeigen klar, was belegt ist und was nicht.

Iran lässt sich nicht nach demselben Lobbying-Modell bewerten wie Katar oder Saudi-Arabien. Das Land hat keine Botschaft in Washington, keine normalen Handelsbeziehungen zu den Vereinigten Staaten und keinen rechtmäßigen Weg, auf dem eine amerikanische Firma einen gewöhnlichen Lobbyvertrag mit Teheran schließen könnte. Seine Einflussbilanz zeigt sich stattdessen im Sanktionsrecht, in Strafverfahren, Cyberoperationen und umstrittenen Behauptungen über inoffizielle Interessenvertretung.

Warum es keine vergleichbare Ausgabensumme gibt

Die öffentlichen Unterlagen enthalten keine belastbare Gesamtsumme für eine „Iran-Lobby“, die mit der Katars vergleichbar wäre. Sie umfassen drei unterschiedliche Kategorien:

  • eine sehr kleine Zahl FARA-bezogener Strafverfahren,
  • eine große und vollkommen rechtmäßig handelnde iranisch-amerikanische Diasporagemeinschaft und
  • einen umstrittenen Zwischenbereich: Gruppen, deren Arbeit vor Gericht Gegenstand von Auseinandersetzungen war, ohne dass sie als staatliche Agenten eingestuft wurden.

Diese Kategorien sollten nicht zu einer einzigen Zahl oder Anschuldigung zusammengefasst werden.

Sanktionen prägen die gesamte Bilanz

Die Vereinigten Staaten verhängen seit 1979 umfassende Sanktionen gegen Iran. Die aktuellen Vorschriften finden sich in 31 C.F.R. Part 560 und werden vom Office of Foreign Assets Control (OFAC) des US-Finanzministeriums verwaltet. Der Bericht RL32048 des Congressional Research Service erläutert die große Reichweite des Verbots. Eine US-Firma kann keinen normalen Vertrag mit dem iranischen Staat schließen. Die Iran-Länderseite des US-Außenministeriums hält fest, dass die USA seit 1980 keine diplomatischen Beziehungen zu Iran unterhalten.

Irans öffentlich ausgewiesene FARA-Gesamtsumme liegt daher auch deshalb nahe null, weil ein gewöhnlicher Vertrag mit dem iranischen Staat selbst rechtswidrig wäre. Ein direkter Ausgabenvergleich mit Katar wäre irreführend.

Verfahren wegen mutmaßlich verdeckter iranischer Agententätigkeit

Eine kleine Zahl von US-Strafverfahren betrifft unmittelbar den Vorwurf einer Agententätigkeit für Iran. Drei Teile dieser Bilanz sind besonders relevant.

Kaveh Afrasiabi (2021). Im Januar 2021 reichten Bundesstaatsanwälte in New York eine Strafanzeige gegen Kaveh Afrasiabi ein. Er war ein in den USA ansässiger Politikwissenschaftler. Ihm wurde vorgeworfen, jahrelang als nicht registrierter Agent Irans gehandelt und Zahlungen über Irans UN-Vertretung erhalten zu haben. Gegenstand des Vorwurfs war die unterlassene FARA-Registrierung, nicht der Inhalt seiner Ansichten. Das Verfahren ist das deutlichste öffentliche Beispiel für eine Person, die im Fall Irans dem FARA-Muster eines Agenten entsprach.

Anklagen wegen Wahlbeeinflussung durch die IRGC (2024). Im September 2024 gab das US-Finanzministerium Sanktionen und damit verbundene DOJ-Anklagen gegen Mitglieder der iranischen Revolutionsgarde bekannt. Die Anklagen brachten sie mit Cyberangriffen auf US-Wahlkampagnen in Verbindung. Diese Verfahren betreffen verdeckte Einflussnahme und Hacking, nicht Lobbyarbeit, und sollten auch so bezeichnet werden.

Fortlaufende Haltung des DOJ. Die National Security Division des DOJ führt FARA als ein zentrales Instrument auf. Ihre öffentliche Fallübersicht zeigt neben allgemeinen Sanktionsverfahren eine kontinuierliche Reihe Iran-bezogener Fälle.

NIAC und die Grenzen der gerichtlichen Feststellungen

Der National Iranian American Council (NIAC) ist eine gemeinnützige Organisation mit Sitz in Washington. Kritiker behaupten seit Jahren, er fungiere de facto als Lobby für Teheran. NIAC weist diesen Vorwurf als falsch zurück und erklärt, die Gruppe betreibe normale Interessenvertretung der Diaspora und politische Arbeit.

Die öffentlichen Gerichtsakten zeigen in zeitlicher Reihenfolge:

  • 2008 verklagten NIAC und sein Gründer den iranisch-amerikanischen Autor Hassan Daioleslam wegen Verleumdung. Der Autor hatte behauptet, NIAC arbeite als Lobby Teherans. Im September 2012 entschied Richter John Bates vom US-Bundesbezirksgericht in Washington zugunsten des Autors und wies die Verleumdungsklage ab.
  • Im April 2018 verpflichtete das Gericht NIAC wegen missbräuchlichen Verhaltens bei der Beweiserhebung im selben Verfahren zur Zahlung von rund 183.000 US-Dollar. Das Lawfare Project stellt den Beschluss bereit.
  • Das Gericht entschied nicht, dass die Behauptungen des Autors wahr waren. Es stellte fest, dass NIAC die Voraussetzungen für den Nachweis einer Verleumdung nicht erfüllt und die Beweiserhebung missbraucht hatte.

Kein Gericht stellte fest, dass NIAC nach dem FARA ein Agent Irans war. Kritiker, darunter Autoren der Hoover Institution und des Middle East Forum, vertreten die Auffassung, dass die Begleitumstände diese Schlussfolgerung stützen. NIAC widerspricht. Der Wikipedia-Eintrag zu NIAC fasst den Streit zusammen. Die verfügbaren Gerichtsentscheidungen stützen Kritik am Prozessverhalten von NIAC, nicht aber die Feststellung einer Agententätigkeit für den iranischen Staat.

Behauptungen, die von den Belegen nicht gestützt werden

Die Aktenlage rechtfertigt es nicht, iranisch-amerikanische zivilgesellschaftliche Gruppen als Tarnorganisationen zu behandeln oder namentlich genannte Personen Straftaten zu unterstellen, die von der Staatsanwaltschaft nicht angeklagt wurden. Sanktionsumgehung, Cyberoperationen, nicht registrierte Agententätigkeit und gewöhnliche politische Interessenvertretung sind getrennte Kategorien. Die verlässlichste Darstellung stützt sich auf DOJ-Unterlagen, OFAC-Mitteilungen und Gerichtsdokumente, nicht auf parteipolitische Etiketten.

Wo verlässliche Belege zu finden sind

Bei iranischer Einflussnahme in den Vereinigten Staaten geht es vor allem um mutmaßlich verdeckte Agententätigkeit, Cyberoperationen und die rechtliche Grenze gewöhnlicher zivilgesellschaftlicher Interessenvertretung. DOJ FARA eFile und Pressemitteilungen des US-Finanzministeriums zu OFAC sind die besten Ausgangspunkte, um neue Behauptungen zu prüfen.

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