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Libanon: Lobbyarbeit und Einflussnahme in den Vereinigten Staaten

Libanon: Lobbyarbeit und Einflussnahme in den Vereinigten Staaten

Für den Libanon gibt es zugleich zwei Einflussgeschichten: eine sehr kleine staatliche FARA-Präsenz und eine weit größere Schattenseite rund um Hezbollah. Die USA behandeln beide getrennt, und Leser sollten es ebenso halten.

Die Einflussbilanz des Libanon gliedert sich in drei getrennte Bereiche. Der libanesische Staat unterhält eine kleine Präsenz in Washington. Libanesisch-amerikanische Organisationen betreiben innerstaatliche zivilgesellschaftliche Interessenvertretung. Hezbollah, eine von den USA als Terrororganisation eingestufte und in der libanesischen Politik verwurzelte Organisation, erscheint in Sanktions- und Strafverfahren statt in gewöhnlichen Lobbying-Meldungen. Wer alle drei Bereiche zusammenfasst, zeichnet von jedem ein falsches Bild.

Sicherheitshilfe und eine veränderte politische Landschaft

Die USA unterhalten weiterhin eine vollwertige Botschaft in Beirut. Sie unterstützen die libanesischen Streitkräfte (LAF) weiterhin mit Ausbildung und Ausrüstung. Seit 2006 übersteigt die gesamte US-Sicherheitshilfe für den Libanon 3 Milliarden US-Dollar, wie das Faktenblatt des US-Außenministeriums zu den Beziehungen zwischen den USA und dem Libanon und der Kurzbericht R44759 des Congressional Research Service darlegen.

Der Krieg zwischen Israel und Hezbollah 2023 bis 2024 schwächte die Organisation und veränderte die politische Landschaft des Libanon. Am 26. November 2024 trat eine fragile Waffenruhe in Kraft. Unter diesen Umständen ist es wichtiger denn je, zu bestimmen, wer in Washington tatsächlich für den libanesischen Staat spricht, statt jede libanesische Stimme einem einzigen Lager zuzurechnen.

Der libanesische Staat und Diasporaorganisationen

Die Präsenz des libanesischen Staates im Rahmen des Foreign Agents Registration Act ist klein. Die Libanon-Suche von OpenSecrets und DOJ FARA eFile zeigen vereinzelte Verträge statt einer professionellen Operation von der Größenordnung Katars oder Saudi-Arabiens.

Ein großer Teil der sichtbaren libanesisch-amerikanischen politischen Arbeit stammt von Diasporaorganisationen, die keine FARA-Agenten sind. Die American Task Force on Lebanon ist eine gemeinnützige US-Organisation und nicht als im Auftrag des libanesischen Staates handelnd registriert. Ihre innerstaatliche Interessenvertretung als ausländische Lobbyarbeit zu bezeichnen würde genau die rechtliche Unterscheidung aufheben, die FARA treffen soll.

Hezbollah gehört in die Sanktionsbilanz

Hezbollah steht seit 1997 auf der US-Liste ausländischer Terrororganisationen. Die FTO-Liste des US-Außenministeriums führt die Organisation weiterhin auf. US-Sanktionen nach dem Hezbollah International Financing Prevention Act (HIFPA, 2015) verbieten ein breites Spektrum von Geschäften mit der Organisation und ihrem Finanznetzwerk. Die SDN-Liste des Treasury OFAC nennt Hunderte mit Hezbollah verbundene Personen und Firmen.

Das DOJ hat in diesem Bereich konkrete Verfahren angestrengt. Ein wichtiger Bezugspunkt ist die langjährige US-Untersuchung der mit Geldflüssen von Hezbollah in Verbindung gebrachten Lebanese Canadian Bank. Neuere Akten nennen Personen aus Hezbollahs Islamic Jihad Organization und die Finanzverantwortlichen der Organisation. Die Terrorismus-Seite des FBI bietet einen öffentlich zugänglichen Überblick.

Diese Verfahren betreffen mutmaßlich verdeckte Finanzierung und Sanktionsumgehung, nicht Lobbyarbeit. Sie erscheinen daher in Unterlagen der Strafverfolgungsbehörden und des Finanzministeriums statt in FARA-Meldungen. Die offengelegte staatliche Vertretung des Libanon kann klein wirken, obwohl US-Behörden erhebliche Ressourcen auf das Finanznetzwerk von Hezbollah verwenden.

Der umstrittene Zwischenbereich

Mehrere einzelne US-Verfahren befassten sich mit mutmaßlicher Agententätigkeit für Hezbollah. Ihre Feststellungen sind eng begrenzt und erstrecken sich weder auf die ATFL noch auf die libanesisch-amerikanische Gemeinschaft im Allgemeinen. Die zitierten Gerichtsakten stützen es nicht, mit diesen Verfahren unbeteiligte Diasporaorganisationen zu etikettieren.

Das Ungleichgewicht in den öffentlichen Unterlagen

  • Bevölkerung des Libanon: rund 5,4 Millionen (Schätzung für 2024).
  • US-Sicherheitshilfe für den Libanon, bestimmt für die LAF, seit 2006: mehr als 3 Milliarden US-Dollar.
  • Direkte FARA-Ausgaben des libanesischen Staates: gering, unregelmäßig und in einzelnen Jahren häufig nahe null.
  • Bekannte Sanktionsmaßnahmen mit Hezbollah-Bezug: Hunderte Namen auf der OFAC-SDN-Liste.

Anders als nach dem Muster der Golfstaaten leisten die Vereinigten Staaten erhebliche Sicherheitshilfe an den Libanon, während der libanesische Staat nur geringe FARA-Ausgaben meldet. Die US-Behörden konzentrieren sich weit stärker auf mutmaßliche Finanzierungen von Hezbollah.

Die drei Aktenbestände getrennt halten

Die staatliche Lobbyarbeit des Libanon ist klein und offengelegt. Libanesisch-amerikanische zivilgesellschaftliche Arbeit ist innerstaatliche Interessenvertretung, solange keine Belege für ausländische Weisung vorliegen. Die Finanzierung von Hezbollah ist eine getrennte Angelegenheit der Strafverfolgung und Sanktionen. Die Quellen stützen die Untersuchung aller drei Bereiche, nicht aber ihre Vermischung.

Leser, die unsere Arbeit prüfen möchten, sollten mit dem Faktenblatt des US-Außenministeriums, OpenSecrets und Treasury OFAC beginnen.

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