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Syrien: Lobbyarbeit und Einflussnahme in den Vereinigten Staaten

Syrien: Lobbyarbeit und Einflussnahme in den Vereinigten Staaten

Syriens FARA-Bilanz lag wegen der Sanktionen lange nahe null. Der Sturz des Assad-Regimes 2024 und die teilweise Lockerung der Sanktionen 2025 könnten dies ändern.

Jahrzehntelang machten US-Sanktionen eine gewöhnliche bezahlte Vertretung der syrischen Assad-Regierung nahezu unmöglich. Diese rechtliche Barriere erklärt Syriens spärliche FARA-Bilanz besser als Geheimhaltung. Der Sturz des Regimes im Dezember 2024 und die teilweise Lockerung der Sanktionen im Juni 2025 eröffneten die Möglichkeit einer anderen Bilanz.

Der Regimewechsel veränderte die Rechtslage

Fast 50 Jahre lang stand Syrien auf der amerikanischen Liste staatlicher Unterstützer des Terrorismus. Dies unterband die meisten normalen Geschäftsbeziehungen. Der Caesar Syria Civilian Protection Act von 2019 fügte eine weitere Ebene hinzu. Er richtete sich gegen alle, die bedeutende Geschäfte mit der Assad-Regierung tätigten. US-Anwaltskanzleien und Lobbyfirmen hielten sich fern. Das rechtliche Risiko war zu hoch.

Nach dem Sturz Baschar al-Assads im Dezember 2024 übernahm in Damaskus eine Übergangsregierung unter Ahmad al-Sharaa von Hayat Tahrir al-Sham die Macht, wie die Seite des US-Außenministeriums zu den Beziehungen der USA zu Syrien berichtet. Am 30. Juni 2025 unterzeichnete Präsident Trump die Executive Order 14312. Sie hob mehrere frühere Sanktionsanordnungen auf und erlaubte dem Finanzministerium, bestimmte Vorschriften zu lockern. Die Änderung eröffnete einen möglichen rechtlichen Weg für eine syrische Vertretung in Washington.

Warum die Akte der Assad-Ära nahezu leer ist

Unter Assad ergeben Suchen auf efile.fara.gov nach „Syria“ oder „Syrian Arab Republic“ nur wenige direkte Tätigkeiten. Ein Vertrag mit einer sanktionierten Regierung konnte gegen Bundesrecht verstoßen. Eine Registrierung allein hätte die Beziehung daher nicht rechtmäßig gemacht.

Der einzige weithin bekannte Berührungspunkt ergab sich 2017. Berichte brachten die Firma des früheren Senators Trent Lott mit einem Vorhaben in Verbindung, das syrische Interessen berührte. Das Geschäft lief über den libyschen Vermittler Bashir Saleh. Es erregte Medienaufmerksamkeit, führte aber nicht zu einer langen Reihe von Meldungen wie bei Auftraggebern am Golf.

Für den breiteren Kontext ist der Fall Paul Manafort derselben Ära zuzuordnen. Sein Verfahren betraf die Ukraine, nicht Syrien. Es prägte jedoch, wie Staatsanwälte FARA in sämtlichen Nahostakten auslegten, auch in dieser. Das Archiv des Sonderermittlers beim DOJ enthält die Unterlagen.

Die Sanktionen hinter dieser Leerstelle

Drei Ebenen amerikanischer Sanktionen hielten Syrien vom normalen Lobbymarkt fern:

  • Die Einstufung als staatlicher Unterstützer des Terrorismus im Jahr 1979. Sie blockierte die meisten Waffenverkäufe und Auslandshilfen.
  • Der Syria Accountability Act von 2003. Er führte zusätzliche Handelsbeschränkungen ein.
  • Der Caesar Act von 2019. Er erfasste über US-Personen hinaus auch ausländische Firmen, die Geschäfte mit dem Regime tätigten.

Das Office of Foreign Assets Control (OFAC) des US-Finanzministeriums setzte das Programm im Tagesgeschäft um. Seine Seite zu Syrien-Sanktionen regelte die Genehmigungen. Eine US-Firma, die für die Assad-Regierung eine FARA-Meldung einreichen wollte, benötigte zunächst eine besondere OFAC-Genehmigung. Nur sehr wenige erhielten sie.

Was sich 2025 änderte

Executive Order 14312 wurde am 30. Juni 2025 unterzeichnet. Sie hob die Executive Orders 13338, 13399, 13460, 13572, 13573 und 13582 auf. Diese Anordnungen bildeten das Rückgrat des Syrien-Sanktionsprogramms. OFAC veröffentlichte anschließend aktualisierte Leitlinien dazu, was nun erlaubt war und was weiterhin blockiert blieb.

Die vom Kongress beschlossenen Sanktionen des Caesar Act wurden durch die Anordnung nicht vollständig aufgehoben. Teile gelten weiterhin. Die Veränderung ist dennoch real. US-Anwaltskanzleien können nun in bestimmten Fällen Aufträge der syrischen Übergangsregierung übernehmen. Die nahezu automatische rechtliche Sperre ist entfallen.

Neue Meldungen sollten, sofern sie erscheinen, die syrische Übergangsregierung, ein Ministerium oder eine verbundene Organisation als ausländischen Auftraggeber nennen. Das FARA-Portal ist die maßgebliche Stelle für ihre Überprüfung.

Hayat Tahrir al-Sham entstand als Ableger von al-Qaida, bevor sich die Organisation lossagte und umbenannte. Diese Vorgeschichte bleibt für jede amerikanische Firma relevant, die einen Vertrag erwägt. Offizielle US-Terrorismuseinstufungen und Leitlinien des Finanzministeriums, die sich ändern können, bestimmen, welche Tätigkeiten rechtmäßig sind.

Keine historische Gesamtsumme für einen Vergleich

In den Assad-Jahren lagen Syriens FARA-Ausgaben faktisch bei null. Es gibt keinen Vergleich mit Katar, den VAE oder Saudi-Arabien. Das Land war durch Gesetz vom Markt ausgeschlossen.

Etwaige Zahlen für 2025 oder 2026 wären neu. Die beste Prüfmöglichkeit ist efile.fara.gov mit einer Suche nach „Syria“ als ausländischem Auftraggeber. Der Bericht RL33487 des Congressional Research Service ist die maßgebliche Referenz zur US-Politik gegenüber Syrien und zu den Sanktionen.

Worauf künftig zu achten ist

Sanktionen, nicht eine ungewöhnlich geheime Lobbystrategie, erklären Syriens unter Assad nahezu leere FARA-Akte. Der Regimewechsel und Executive Order 14312 schufen erstmals seit Jahrzehnten eine erhebliche Öffnung für bezahlte syrische Vertretung. Jede Schlussfolgerung über die Washingtoner Tätigkeit der neuen Regierung bleibt vorläufig, bis Verträge und Ergänzungsmeldungen auf efile.fara.gov erscheinen.

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